Das Bullenprüfprogramm

 
Bulleneinkauf:  
   
Die Besamungsstation Grub kauft die meisten der jährlich geprüften 120 Bullen auf den in Oberbayern stattfindenden Zuchtviehmärkten an.
Ca. 50 dieser Jungbullen stammen aus der sogenannten gezielten Paarung, d.h. speziell selektierte Bullenmütter wurden mit den für die gezielte Paarung ausgewählten Bullen belegt.
Weitere 40 Bullen, die über die Märkte zugekauft werden, stammen aus regulären, aber vielversprechenden Paarungen von Herdbuchkühen. Hierbei wird neben den Leistungsdaten besonders auf die Blutlinienführung geachtet.
Darüber hinaus hat die Prüf- und Besamungsstation München Grub noch das sogenannte "Linie-II-Programm" aufgelegt. Im Rahmen dieses Programms werden jährlich ca. 20 Bullen getestet. Bei der Auswahl der Bullen für dieses Programm wird das Hauptaugenmerk auf Fitness-Merkmale und Nutzungsdauer gerichtet.  
Zusätzlich werden ca. 10 Bullen jährlich aus dem Ausland zugekauft (Österreich, Tschechien, Australien, Südafrika).  
Diagramm Zuchtprogramm  

Prüfbulleneinsatz:
 
Von jedem Prüfbullen werden nach Beendigung der Quarantäne (28 Tage Vorquarantäne und 28 Tage Hauptquarantäne) zunächst bis zu 1.200 Samenportionen eingefroren, die für den Prüfungseinsatz in HB- und MLP-Betrieben bestimmt sind. Ziel ist, mindestens 50 abgeschlossene Erstlaktationen von Töchtern des Prüfbullen für die Beurteilung der Vererbungsleistung zu bekommen.
Dieser Prüfungseinsatz wird zügig und straff durchgeführt und dauert sechs Wochen. Dabei wird jeder Bulle über alle verschiedenen Standorte (Ackerbau, absolutes Grünland) eingesetzt, wodurch gewährleistet wird, daß regionale Effekte keine allzu große Rolle spielen können.
 

 
Wartebullenhaltung:
Wartebullen auf der Weide in Boernchen
 
Nach Abschluß des Prüfeinsatzes werden von jedem Bullen 5.000 Portionen Samen eingefroren. Anschließend wird der Bulle als sogenannter Wartebulle auf einem unserer Zweigbetriebe in Börnchen / Erzgebirge, Anzing oder Dietramszell verbracht, bis die ersten Leistungsergebnisse seiner Töchter veröffentlicht werden.
 
 
 

 
Zweiteinsatz:  
   
Nach Vorliegen von ca. 50 Hundert-Tage-Leistungen von Töchtern und dem Ergebnis der Nachzuchtbewertung "wird die Spreu vom Weizen getrennt". Dann erhalten die positiven Vererber (20 - 25 % eines Prüfbullenjahrganges) die Besamungserlaubnis für den Zweiteinsatz. (Gesamtzuchtwert mindestens 114, Rahmen, Bemuskelung, Fundament, Euter und Euterreinheit mindestens 88 Punkte). Davon werden die 3 % Besten wiederum für die "Gezielte Paarung" ausgewählt.
   

 
Neue Selektionsmöglichkeiten:  
   
Neue Methoden der Biotechnik erlauben eine genauere Untersuchung auf einzelne Merkmale der Vererbungsleistung eines Bullen, wie Fleischqualitätsmerkmale und Milchqualitätsmerkmale. Diese machen wir uns natürlich zu Nutze und lassen unsere Bullen testen.
Neue Selektionsmöglichkeiten