Zucht auf Hornlosigkeit

 
Empau 760/99
Im Jahr 1974 wurde von der Bayerischen Staatsregierung ein Programm aufgelegt, um eine hornlose Fleckvieh-Linie aus einigen Tieren mit genetischen Mutationen zu züchten. Hornlose Tiere oder Tiere mit Wackelhörnern traten in der Fleckviehpopulation gelegentlich auf, aber die Besitzer haben diese Tiere ausgemerzt weil Hornlosigkeit als Zeichen von Schwäche galt. Diese Zuchtbemühungen wurden ohne den Einfluss von Angus-Blut gemacht. Angus-Blut wurde nur in einigen privaten Fleckvieh-Herden benutzt um das Hornols-Gen einzuführen.
 
Die Prüf- und Besamungsstation München-Grub beteiligt sich seit Anfang an an dem Hornlos-Zuchtprogramm und hat nur Bullen aus den staatlichen Herden eingesetzt. Holzer und Embargo waren die ersten Bullen, die in der künstlichen Besamung eingesetzt wurden. Die ersten homozygot hornlosen Bullen waren Holzer und Empau. Inzwischen gibt es mehrere homozygot hornlose Bullen, die auch sehr ansprechende Nachkommen haben.
Eisenherz 7623/11
 
Zimbo 403031/11

Erbgang

Hornlosigkeit wird von zwei Genorten bestimmt, dem P-Locus (= hornlos) und dem S-Locus (= Wackelhörner). P ist dominant über p (= gehörnt). Wenn eines der beiden Allele P ist, hat das Tier keine normalen Hörner. PP heißt homozygot (reinerbig) hornlos, Pp heterozygot (mischerbig) hornlos.

Der S-Locus kann nur das Gen für Hornlosigkeit P beeinflussen. Bei gehörnten Tieren ist es nicht sehr weit verbreitet. PpS heißt, daß das Tier heterozygot ist und Wackelhörner hat, aber als hornlos gilt. Wackelhörner haben eine Größe zwischen 1cm und 10 cm. Momentan werden Wacklehörner akzeptiert - aber in Zukunft, wenn die genetische Basis groß genug ist für eine schärfere Selektion, werden die Wackelhörner aus der Zucht eliminiert.